Blackline Supplements SuiZide Hardcore Booster

28 / October 2016

Als Jack3d in den Jahren 2011 und 2012 offiziell aus dem Verkehr gezogen wurde, ging ein wahrer Stern der Supplementindustrie unter. Das Produkt, das sich auch heute noch offenbar einer ungebremsten Nachfrage beim Endverbraucher erfreut, galt als der Inbegriff des Hardcore Boosters - solche Supplemente, die aus einem trainingsmüden Mittvierziger in der Midlife-Crisis innerhalb weniger Minuten einen wütenden Berserker "on steroids" machen.

Nachfolgende Produkte griffen auf ähnliche oder gar dieselben Inhaltsstoffe zurück,manche konnten an den Erfolg anknüpfen, manch andere wiederum nicht. Der bisher nur durch den Fatburner OxyBlack und den Workout Booster BlackJack in Erscheinung getretene Supplementhersteller Blackline Supplements schickt sich mit seiner neuesten Kreatin SuiZide nun an, den Markt für Hardcore Booster umzukrempeln.

Dabei bewerben die Jungs von BLS ihr neues Produkt mit dem Attribut „old school“ - nicht zu Unrecht, denn Kenner der Branche werden beim Blick auf die Supplement Facts sicherlich entzückt in Erinnerung an glorreichere Booster-Zeiten denken. Ob SuiZide der neue Heilsbringer des Booster-Sektors oder doch nur eine lahme Ente ist, lesen Sie in den folgenden Zeilen.

Der erste Eindruck

Der erste Eindruck täuscht bekanntlich nie, und hier überzeugt SuiZide schon mal auf ganzer Linie. Das Produkt kommt in einer für Booster typischen schwarzen Dose in Standardgröße daher und wird durch ein passendes, schlichtes, aber doch sehr auffallendes Label geziert. Insgesamt ergibt das gelungene Design durch die sachte schimmernden Totenköpfe, den kaum sichtbaren Reeper und den schaurigen Schriftzug ein stimmiges und ansprechendes Äußeres, das perfekt zur Namensgebung des Boosters passt. SuiZide fällt auch in gut gefüllten Shopregalen auf und sorgt unter Garantie für einen gewissen Wow-Effekt.

Öffnet man die Dose, erwartet einen das übliche Bild: Pulver und Dosierlöffel, fertig. Der Löffel hat ein Fassungsvermögen von insgesamt 10g; um die vom Hersteller empfohlene Portionsgröße von 6g zu ermitteln, ist also ein wenig Augenmaß gefragt. Das Pulver selbst ist mit seiner Magenta-Tönung unscheinbar, die Qualität macht einen absolut soliden Eindruck. Klumpen oder andere Bröckchen sind nicht vorhanden . Auch ein bei anderen Boostern oft beobachtetes „Verflüchtigen“ des Pulvers bzw. ein Puderzuckereffekt beim Öffnen der Dose ist nicht zu beobachten – man läuft also nicht Gefahr, bereits beim Entfernen des Deckels eine komplette Portion einzuatmen.

Beim Lösen des Produkts in Wasser trumpft SuiZide jedoch erst richtig auf. Auffallend ist die wirklich exzellente Löslichkeit – kein Absetzen des Pulvers an der Wasseroberfläche, kein Haften am Glas- oder Shakerrand, keine im Wasser zirkulierenden weißen Klümpchen. Wüsste man es nicht besser, könnte man SuiZide für einen Eistee handeln. Selbst in geringsten Wassermengen löst sich SuiZide rückstandslos auf und ist auch bei solch hohen Konzentrationen geschmacklich noch ansprechend, da das Aroma sehr mild ist.

Wie alle Booster gewinnt auch SuiZide natürlich keine Auszeichnung für besondere Geschmacksqualitäten. Abgesehen von der hervorragenden Textur und Löslichkeit ist SuiZide geschmacklich im normalen Mittelfeld anzusiedeln. Nun aber zum wirklich Wichtigen: Wie wirkt SuiZide nun?

Fokus über alles

Wenn es ein Unwort im Segment der Hardcore Booster gibt, dann ist es neben „Drive“ und „Tunnelblick“ sicherlich „Fokus“. Das schon inflationär verwendete Nomen entlockt dem gemeinen Booster-Junkie sicher nicht mal mehr ein müdes Lächeln, wenn wir jedoch sagen, dass SuiZide womöglich doch neue Maßstäbe setzt, was eben Fokus, Konuentration und Drive angeht, dann meinen wir das auch so.

Während andere Rezepturen schon sehr früh zünden, lässt sich SuiZide Zeit – viel Zeit. Wir empfehlen daher, SuiZide noch zu Hause und nicht erst in der Umkleidekabine zu nehmen. Wann das Produkt seine Wirkung entfaltet, hängt selbstverständlich von individuellen Toleranzen ab, jedoch kann man sagen, dass sich etwa nach 20-30 Minuten erste Anzeichen bemerkbar machen. Das für Beta-Alanin-haltige Booster typische Kribbeln entfällt bei SuiZide komplett, hier geht es nicht um Effekthascherei, sondern um Produktivität.

Die Wirkung von SuiZide beschreibt man am besten mit einem linearen und stetigen Anschwillen der Trainingslust und der mentalen Konzentration. Während wir bei anderen Boostern relativ früh eintretende Plateaus beobachtet haben, wird die Wirkung von SuiZide von Minute zu Minute stärker, ohne jedoch die Nerven zu überlasten: keine Schweißausbrüche, keine zittrigen Hände, die Kraft ist voll da, und man hat nicht das Gefühl, neben sich zu stehen.

Hier haben uns andere Booster schon eines schlechteren belehrt – ob man deren Wirkung nun als zu stark bezeichnen könnte, sei mal dahin gestellt, jedoch haute uns das ein oder andere Produkte sprichwörtlich so dermaßen aus den Socken, dass ein produktives Training bedingt durch Schwindelgefühle, akute Übelkeit und massive Krafteinbrüche nicht mehr möglich war.

Bei SuiZide hingegen hatten wir selbst zu keinem Zeitpunkt das Gefühl, dass man uns den Boden unter den Füßen wegriss. Selbst wenn wir glaubten, dass eine Steigerung der Wirkung nicht mehr möglich sei, und wenn ja, nur unter den eben bezeichneten Nebeneffekten, stieg stets die Trainingslust, das euphorische Hochgefühl und der Tunnelblick-Effekt.

Abgesehen von den psychotopen Wirkungen bewirkt SuiZide offenbar einen radikalen Pump-Zuwachs. Die Muskulatur wird im Laufe des Trainings bis zum Bersten aufgepumpt – auch ohne vorangegangene Kohlenhydrat- und Wassermast.

Der Booster entfaltet den Peak seiner Wirkung erst relativ spät im letzten Viertel des Trainings (ausgehend von den obligatorischen 60 Minuten pro Trainingseinheit), also genau dann, wenn man es im Grunde am nötigsten hat und Konzentration und Kraft allgemein nachlassen.

Abschließendes Fazit

Für uns steht fest: SuiZide ist hierzulande das nächste große Ding. Da das Produkt in Europa und in den USA nahezu gleichzeitig startete, liegen uns noch keine Verkaufszahlen aus Übersee vor, jedoch gehen wir von einer rasant ansteigenden Nachfrage und einem damit einhergehenden Hype aus.

SuiZide wird nach unserer Meinung seinem Anspruch, mit der originalen Jack3d-Rezeptur gleich zu ziehen, durchaus gerecht. Die Wirkung ist zum Verwechseln ähnlich, Fokus, Pump und auch Kraft sind auch bei mehrfacher Anwendung nach wie vor erste Spitze, ein Adaptationseffekt mit einergehender verringerter Wirkung konnten wir selbst nach Wochen nicht feststellen.

Trotz der aktuell noch niedrigen (oder vielleicht auch genau deshalb) bekommt SuiZide von uns eine ganz klare Kaufempfehlung!


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